Shah Diamant
Shah Diamant
Der Stein mit den Namen der Herrscher des Orients
Ein länglicher, gelblich-weißer Diamant in ungewöhnlicher „Lasque“-Form (flach, sargähnlich), der nicht klassisch mit Facetten versehen, sondern nur teilweise poliert ist.
Er wurde im 16. Jahrhundert in Indien entdeckt.
Er ist ein fliegendes Geschichtsbuch. Diamanten sind so hart, dass es als technisches Weltwunder gilt, wie die damaligen Meister es schafften, filigrane Schriftzeichen in den Stein zu ritzen. Er wiegt 88,7 Karat (ca. 17,7 Gramm) und hat eine längliche Form von etwa 31 x 13 Millimetern. Er sieht fast aus wie ein kleiner gläserner Sarg oder ein dicker Kristallzucker-Brocken. Er besitzt sogar eine kleine, künstlich eingekerbte Rille, um ihn an einer Schnur um den Hals zu tragen. In drei seiner Facetten sind auf Persisch die Namen und Regierungsjahre dreier historischer Herrscher eingraviert, die ihn nacheinander besaßen.
Die erste Inschrift stammt von Nizam Shah II. von Ahmadnagar (1591), die zweite vom legendären Mogulherrscher Shah Jahan, Erbauer des Taj Mahal (1641), die dritte vom persischen Herrscher Fath Ali Shah (1826). Der Stein gelangte 1739 mit Nadir Shahs Eroberung Delhis nach Persien. 1829 wurde der russische Diplomat und Dichter Alexander Gribojedow in Teheran ermordet – um einen diplomatischen Konflikt abzuwenden, schickte der persische Hof den Diamanten als Sühnegeschenk an Zar Nikolaus I. Seither ist er Teil der russischen Kronjuwelen und liegt heute im Kreml-Diamantenfonds in Moskau, wo er als einer der „Sieben Historischen Steine“ ausgestellt wird – bemerkenswerterweise ein Diamant, dessen komplette Geschichte lückenlos belegt ist, ganz ohne Legendenbildung.
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