Hope Diamant
Hope Diamant
Wahrheit und Legenden um den "verfluchten" Diamanten
Ein tiefblauer Diamant im Kissenschliff, der unter UV-Licht unheimlich blutrot nachleuchtet.
Wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen ist seine Herkunft aus einem 112-karätigen Rohdiamanten, den der französische Händler Jean-Baptiste Tavernier um 1666 aus Indien nach Frankreich brachte.
Er der wohl berühmteste Diamant der Welt. Neben seiner extrem seltenen stahlblauen Farbe ist er vor allem für seinen angeblichen „Fluch“ bekannt. Fast allen seinen Besitzern soll er Unglück gebracht haben. Er bringt stolze 45,52 Karat (ca. 9,1 Gramm) auf die Waage und hat die Maße von etwa 25,6 x 21,8 x 12,0 Millimeter – er ist also fast so groß wie eine Taubenei.
Ludwig XIV. ließ den Stein zum „Französischen Blau“ umschleifen; er blieb über Generationen im Besitz der französischen Krone, bis er 1792 während der Französischen Revolution aus der Königlichen Schatzkammer gestohlen wurde. 1812 tauchte ein neu geschliffener blauer Diamant in London auf – 2007/2008 belegten 3D-Rekonstruktionen zweifelsfrei, dass es sich um denselben, umgeschliffenen Stein handelte. Ab 1839 gehörte er dem Bankier Henry Philip Hope, der ihm seinen bis heute gültigen Namen gab. Über mehrere Zwischenhändler gelangte er 1911 an die Erbin Evalyn Walsh McLean. Der Juwelier Pierre Cartier verkaufte ihr den Diamanten mit einer dramatisch ausgeschmückten Fluch-Geschichte. Nach ihrem Tod im Jahr 1947 kaufte der Juwelier Harry Winston ihre Schmucksammlung. Er schenkte den Hope-Diamanten 1958 dem Smithsonian National Museum of Natural History – er verschickte ihn in einem ganz normalen Postumschlag per Einschreiben. Dort ist er bis heute für Millionen Besucher zu sehen.
Zur Legende: Die berühmte „Fluch“-Geschichte (u. a. Enthauptung von Marie-Antoinette, Selbstmorde, Unglücksfälle bei Besitzern) ist historisch nicht belegt und entstand größtenteils erst um 1908 durch sensationslüsterne Zeitungsartikel sowie später durch Cartiers Verkaufsstrategie. Das macht sie erzählerisch nicht weniger reizvoll – journalistisch sauber ist es aber, sie klar als Legende zu werten und nicht als Fakten.
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