Mogul Smaragd
Mogul Smaragd
Ein unbezahlbares Kunstwerk der islamischen Geschichte
Ein tiefgrüner, flacher Smaragd aus Kolumbien, der im Indien des 17. Jahrhunderts veredelt wurde. Das absolut Einzigartige: Er ist kein klassischer Schmuckstein, sondern eine gravierte Steintafel. Auf der einen Seite sind kunstvolle schiitische Gebete eingraviert, auf der anderen wunderschöne, filigrane Mohnblumen.
Der gigantische Rohkristall wurde im 16. oder 17. Jahrhundert in den Minen von Muzo in Kolumbien von spanischen Konquistadoren abgebaut. Er gelangte über den Seeweg nach Indien, da die Herrscher des Mogulreiches eine leidenschaftliche Obsession für große, tiefgrüne Smaragde pflegten.
Er ist ein unbezahlbares Kunstwerk der islamischen Geschichte. Der Stein wiegt epische 217,8 Karat (ca. 43,5 Gramm) und misst etwa 52 x 40 x 12 Millimeter – er hat die Ausmaße und das Gewicht einer kleinen, dicken Streichholzschachtel oder einer edlen Seife.
Er wurde im Jahr 1695 für den Mogul-Herrscher Aurangzeb oder einen seiner hohen Beamten angefertigt. kunstvoll graviert wurde – auf der einen Seite mit einem schiitischen Gebet in eleganter Naskh-Schrift und der Jahreszahl 1107 der islamischen Zeitrechnung (1695/96), auf der Rückseite mit floralem Rankenwerk. Er gilt als der größte bekannte gravierte Smaragd der Welt.
Das eingravierte Datum (1695/96) fällt exakt in die Regierungszeit des mächtigen Mogulkaisers Aurangzeb. Lange glaubte man, es sei sein persönlicher Stein gewesen. Da Aurangzeb jedoch ein streng gläubiger Sunnit war, die Inschrift auf dem Stein aber ein zutiefst schiitisches Gebet zeigt, sind sich Historiker heute sicher: Der Stein gehörte keinem Kaiser, sondern einem seiner hochrangigen, schiitischen Minister oder Offiziere.
Als der persische Herrscher Nadir Schah 1739 Delhi plünderte und den legendären Pfauenthron sowie unzählige Juwelen raubte, blieb dieser Smaragd wie durch ein Wunder in Indien oder verschwand unbemerkt in einer privaten Schatzkammer.
Jahrhundertelang blieb der Stein in indischem Adelsbesitz, bevor er im späten 20. Jahrhundert in eine europäische Privatsammlung überging. Am 27. September 2001 sorgte er für weltweite Schlagzeilen, als er beim Auktionshaus Christie’s in London für über 1,5 Millionen Britische Pfund (damals rund 2,2 Millionen Dollar) versteigert wurde.
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